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Amsterdam: Flughafen Schiphol begrenzt Passagierzahlen

Flughafen Amsterdam-Schiphol mit Kapazitätsproblemen. Foto: Airport Amsterdam-Schiphol
Flughafen Amsterdam-Schiphol mit Kapazitätsproblemen. Foto: Airport Amsterdam-Schiphol

Der Flughafen Amsterdam-Schiphol will die Zahl der Passagiere begrenzen. An den verkehrsreichsten Tagen im Juli erwartet er bis zu 67.500 und im August bis zu 72.500 Reisende pro Tag. Die angespannte Arbeitsmarktlage habe dazu geführt, dass es zu wenig Sicherheitspersonal gibt, heißt es. Ein Nicht-Eingreifen würde zu unüberschaubaren Warteschlangen führen und viele Reisende würden ihren Flug verpassen.

Die Nachfrage nach Flugreisen übersteige selbst die höchsten Erwartungen. Gleichzeitig sei der Arbeitsmarkt unglaublich angespannt, so der Airport. Schiphol sei bei der Planung für 2022 von einem hohen Szenario ausgegangen: von 25,5 Millionen Passagieren im Jahr 2021 auf 60 Millionen. Angesichts der Personalknappheit im Sicherheitsbereich werde der Airport leicht darunter bleiben.

In den vergangenen Wochen habe der Flughafen intensive Konsultationen mit den Airlines und dem unabhängigen Slot-Koordinator (ACNL) über die Umsetzung der Maßnahme geführt. Die Konsultationen seien nun abgeschlossen, und Schiphol habe dem Slot-Koordinator mitgeteilt, wie hoch die Kapazität für den Zeitraum vom 7. Juli bis zum 31. Juli und für den Rest des Sommers ist. Auf dieser Grundlage werde der Zeitnischenkoordinator mit allen Fluggesellschaften Gespräche über die Reduzierung der Passagierzahlen führen. In zwei Wochen soll eine Entscheidung über den Zeitraum ab dem 31. Juli auf der Grundlage der zu diesem Zeitpunkt erwarteten Flughafenkapazität getroffen werden. Alle Bemühungen zielten darauf ab, die Kapazität erhöhen zu können, heißt es.

13.500 Sitzplätze pro Tag zu viel im Juli

Die Folgen der Maßnahme seien von Tag zu Tag unterschiedlich. In der Prognose für die genannten Wochen im Juli gebe es durchschnittlich 13.500 Sitze pro Tag zu viel im Verhältnis zur Sicherheitskapazität. Das bedeute jedoch nicht, dass die gleiche Anzahl von Reisenden von dieser Maßnahme betroffen sei, so der Airport. Ein Teil der in die Planung einbezogenen Sitzplätze sei noch nicht verkauft worden. Tatsächlich müssen Passagiere aber mit Umbuchungen, Streichungen oder Verlegungen ihres Fluges rechnen.

Um Mitarbeiter zu halten und neue zu gewinnen, hätten die Sicherheitsunternehmen einen Sommerzuschlag vereinbart. Außerdem soll der Passagierflusses im Terminal verbessert und die Wartungsarbeiten an der Start- und Landebahn Aalsmeerbaan vor Beginn der Sommerhochsaison abgeschlossen werden.

KLM erwartet keine größeren Stornierungen

Die niederländische KLM, deren Heimatbasis Schiphol ist, hat sich bereits zu den Maßnahmen geäußert. Man befürworte die Notwendigkeit heißt es, aber gleichzeitig müsse betont werden, dass KLM die obligatorische Verringerung der Zahl der Fluggäste, die vor Ort einsteigen, für sehr nachteilig halte und der Meinung sei, dass es sich um eine einmalige, kurzfristige Lösung handeln sollte. KLM halte es für inakzeptabel, dass die Nutzer des Flughafens strukturell die Last der Kapazitätsprobleme in Schiphol tragen müssen. Obwohl KLM grundsätzlich gegen die Maßnahme von Schiphol sei, habe sich KLM im Interesse der Passagiere und der Sicherheit am Flughafen an den Bemühungen um eine Lösung des Problems beteiligt. Die Airline habe dies unter anderem dadurch getan, dass sie den Forderungen von Schiphol nachgekommen seien, Flüge zu streichen und den Ticketverkauf freiwillig zu verlangsamen, die Flüge über den Tag zu verteilen, die Anschlusszeiten zu verlängern und mehr.

KLM halte es für wichtig, den Fluggästen so schnell wie möglich Klarheit über die Maßnahmen zu verschaffen, die sie während des Sommers erwarten können. Daher sei es besser, jetzt Maßnahmen zu ergreifen, als später Ad-hoc-Maßnahmen zu treffen. KLM werde daher der Aufforderung nachkommen, die Zahl der Passagiere, die vor Ort einsteigen, zu reduzieren, und so dazu beitragen, den Druck auf die Sicherheit in Schiphol während der Spitzenzeiten zu verringern. Die Airline erwarte aber nicht, bestehende Buchungen in größerem Umfang zu stornieren. Für die finanziellen Auswirkungen der Maßnahmen sei der Flughafen verantwortlich, so die Airline.

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