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Mit sechs Ausgaben pro Jahr, zahlreichen Sondereditionen und einer Auflage von circa 55.000 Exemplaren ist der BUSINESS TRAVELLER das größte unabhängige deutsche Geschäftsreisemagazin.

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Warum Sie Ihre Bordkarte vernichten sollten, wenn die Reise vorbei ist

Airline-Bordkarten enthalten eine Reihe persönlicher Daten, die in den falschen Händen gefährlich werden können. Stellen Sie also nie ein Foto davon ins Netz. Und werfen Sie nach der Reise auch keine Bordkarte achtlos in den Papierkorb, raten Sicherheitsexperten.

Wer auf Instagram nach dem Stichwort “Boarding Pass” sucht, der erhält aktuell mehr als 91.000 Treffer gelistet. Vermutlich machen sich die wenigsten User Gedanken über das Thema Sicherheit, wenn sie stolz ihre Reise-Trophäe posten. Aber das ist ein Fehler.

Screenshot aus Instagram

Sicherheitsexperten wie der Tschche Michal Špaček weisen schon länger darauf hin, dass der Barcode auf einer Bordkarte verwendet werden kann, um zukünftige Reisepläne zu auszuspähen. Špaček gelang es auf einer Sicherheitskonferenz live, bevorstehende Flüge zu ändern und zu stornieren. Auch die Vielfliegerinformationen der Reisenden lagen wie ein offenes Buch vor ihm.

Der Grund dafür liegt in einer kaum glaublichen Unbekümmertheit vieler Airlines. Auf ihren Webseiten reichen bereits der Nachname und die Buchungsnummer als Username und Passwort für Stornierungen und Umbuchungen.

So kann es passieren, dass ein Fremder durch die Bordkarte an die Login-Daten eines Fluggastes gelangt und dessen Rückflug von der Reise annulliert, für den sich der Betroffene noch gar nicht eingecheckt hat.

Um die Barcodes auf den Bordkarten auszulesen, reicht ein 20 Euro teures Barcodelesegerät. Und schon liegen die in den Bordkarten gespeicherten Informationen im Klartext vor. Trotzdem, so Brian Krebs in der vergangenen Woche, haben seinen Recherchen zufolge auch große Fluggesellschaften wie United und Lufthansa diese Sicherheitslücke nicht ausreichend behoben.

Auch die Sicherheitsexperten Karsten Nohl und Nemanja Nikodijevic fanden heraus, dass zahlreiche Fluggesellschaften im Wesentlichen den sechsstelligen Buchungscode, der als PNR bekannt ist, als temporäres Passwort verwenden. Während die Leute reisen, wird der PNR an alles von Bordkarten bis zum Gepäckaufkleber gemeinsam mit dem Namen des Passagiers angehängt.

„Sie würden vermuten, dass eine Zeichenfolge, die wie ein Passwort verwendet wird, auch so geheim gehalten bleibt wie ein Passwort“, sagte Nohl. „Aber das tun sie nicht, sondern drucken es auf alles, was man von der Fluggesellschaft bekommt.“

(hwr)

Weiterlesen:

19.08.2016 Das bedeuten die Codes auf der Bordkarte