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Arbeiten leichtgemacht: Business-Trip in Europas Bahnen

Arbeiten leichtgemacht: Business-Trip in Europas Bahnen

Auf kürzeren Europa-Strecken ist die Bahn kaum langsamer als das Flugzeug und bietet in den Premium-Klassen relativ komfortable Arbeitsbedingungen. Wir haben uns in den Zügen der Nachbarn umgesehen

Wer geschäftlich nach Wien, Paris, London, Brüssel oder Zürich reist, dem bietet sich die Bahn als Alternative zum Flieger an, und sie kann ein paar gewichtige Vorteile geltend machen: Sie ist, wenn man die Reisezeit realistisch von Innenstadt zu Innenstadt berechnet, kaum langsamer, bietet mehr Platz, mehr Ruhe und ungleich bessere Arbeitsmöglichkeiten, und sie  in der Ökobilanz gerade im Vergleich zur Kurzstreckenfliegerei eindeutig die Nase vorn. 

Das bieten europäische Bahnen für Geschäftsreisende: 

ÖBB
Ein komfortables und ungestörtes Arbeiten ist in den österreichischen Fernzügen zumindest für jene Reisende gewährleistet, die zusätzlich zum Erste-Klasse-Preis 15 Euro investieren und sich damit den Sitzplatz in einem der speziellen Business-Abteile sichern. Dort gibt es nicht nur feines Design mit Ledersesseln und Birnenholzapplikationen, sondern viel Platz (vier Plätze pro Abteil, und wenn drei Reisende eins gemeinsam buchen, bleibt der vierte Platz sogar garantiert leer), Steckdosen, optimierten Handyempfang, Leseleuchten, Arbeitstische und einen erhöhten Abstellbereich für die leicht zugängliche Aktentasche.
Dazu kommen noch ein paar freundliche Servicedetails: Willkommensdrink, Gratis-Zeitungen und –Zeitschriften sowie Am-Platz-Service für Speisen und Getränke. Wenn die gemeinsam Reisenden den Speisewagen besuchen wollen, können sie das Abteil vom Zugbegleiter absperren lassen, wer ganz auf Nummer Sicher gehen will, findet an Bord sogar einen Safe für Laptop und Tasche.
Für Firmenkunden, die regelmäßig in Österreich zu tun haben, bietet sich darüber hinaus die ÖBB BUSINESScard an, mit der es Ermäßigung auf Tickets sowie auf Hotelbuchungen über HRS und eine Reihe weiterer Vorteile gibt.
Ein Serviceangebot, das die Deutsche Bahn so nicht zu bieten hat, sind die Konferenz- und Eventwagen, die bei der ÖBB komplett für einzelne Strecken gebucht werden können. Mit 24 einzelnen Plätzen an Tischen oder an einem großen Konferenztisch und dazu vier Businessabteilen mit je vier Plätzen eignen sie sich für Veranstaltungen, die im Zug ein ganz eigenes Flair bekommen. Dazu gebucht werden können wahlweise eine Tonanlage, DVD-Player, Flipchart, 32-Zoll-Flatscreen sowie vier Trolleys für das Catering.
 
SNCF / TGV
Der schnittige TGV, das französische Pedant zum ICE, fährt inzwischen auch eine Reihe deutscher Bahnhöfe an und hat unter Bahnreisenden eine wachsende Fan-Gemeinde. Die Erste Klasse ist dort ganz auf Geschäftsreisende ausgerichtet: große, hochklappbare Tische, Steckdose, Leselampe und Gratis-Zeitungen („Die Welt“ und „Le Monde“). In den Wagen der Zweiten Klasse gibt es jeweils ein Business-Abteil. Auf Strecken mit über einer Stunde Fahrzeit ist im Erste-Klasse-Preis außerdem eine komplette Mahlzeit inbegriffen. Zwischen Stuttgart und Paris sowie München und Paris gibt es außerdem WLAN an Bord.
Wer die bisweilen chaotischen Verhältnisse in Paris kennt freut sich darüber hinaus als Erster-Klasse-Passagier über die Möglichkeit, in der französischen Hauptstadt ein Taxi vorzureservieren; der Chauffeur holt seine Gäste dann direkt am Bahnsteig ab.
An den deutschen TGV-Haltepunkten Frankfurt, Mannheim, Stuttgart und München dürfen Erste-Klasse-Gäste natürlich die ICE-Lounges benutzen, in Paris Est und Straßburg gibt es einen „Salon Grand Voyageur SNCF“, wo ebenfalls Getränke und Snacks serviert werden, Tageszeitungen ausliegen und ein kostenloses WLAN zur Verfügung steht.
Übrigens: Ab 23. März wird das TGV-Netz ex Deutschland um eine attraktive Verbindung ergänzt: Frankfurt – Marseille mit Zwischenhalten in Straßburg, Mulhouse, Belfort, Besançon, Charlons-sur-Saône, Macon, Lyon, Avignon und Aix-en-Provence. Die Reisezeit von Frankfurt nach Marseilles liegt deutlich unter acht Stunden.
 
SBB
Der deutsche ICE fährt bereits bis nach Zürich, aber auch auf weiteren Strecken innerhalb der Schweiz müssen Geschäftsreisende nicht auf den gewohnten Komfort verzichten. In der Ersten Klasse vieler SBB-Fernzüge weisen Laptop-Piktogramme auf die speziellen Business-Abteile hin, die zum Arbeiten eingerichtet sind. Verfügbar sind sie auf den Strecken von Basel nach Lugano, Chur und Interlaken, von Genf nach St. Gallen, von Lausanne nach Basel, von Romanshorn und Basel nach Brig, von Zürich nach Luzern und von Biel nach Bern.
Die Sitzplätze in den Business-Abteilen können vorab gebucht werden und bieten einen verlängerten Arbeitstisch, Steckdose am Platz und mattierte Glastrennwände gegen neugierige Blicke. In 75 SBB-Wagen und damit bereits auf den meisten Fernstrecken gibt es WLAN, zu erkennen an den Hotspot-Piktogrammen. Typisch für die Schweiz, für deutsche Geschäftsreisende aber wohl von untergeordneter Bedeutung, sind die zwei Fahrrad-Stellplätze in jedem Erste-Klasse-Wagen.
 
Eurostar
Die schnellen Züge, die von Paris über Brüssel durch den Eurotunnel nach London fahren, sind dank der reibungslosen Anschlüsse auch für viele deutschen Geschäftsleute aus dem Reiseplan nicht mehr wegzudenken. Wer alle Annehmlichkeiten unterwegs nutzen will, der sollte die Buchungsklasse „Business Premier“ wählen. Damit sind nicht nur die Tickets voll flexibel, es gibt bei kurzfristigen Umbuchungen sogar eine Sitzplatzgarantie. Am Platz, der damit gebucht wird, findet man selbstverständlich einen Arbeitstisch, eine Steckdose, WLAN (außer im Tunnel) und Gratis-Zeitungen. Sogar eine Mahlzeit mit Getränk ist im Fahrpreis inbegriffen. Außerdem  darf man vor dem Einsteigen die Lounge benutzen und kann sich dort für den Zielbahnhof ein Taxi vorreservieren lassen.
 
Thalys
Aachen, Köln, Duisburg, Düsseldorf und Essen sind die deutschen Zielbahnhöfe, die der Thalys anfährt, international fährt er nach Belgien, Frankreich und in die Niederlande. Fürs Arbeiten unterwegs empfiehlt sich die Klasse „Comfort 1“. Dort gibt es Service am Platz, Steckdose, verschiedensprachige Tageszeitungen und WLAN kostenlos. Comfort 1-Kunden dürfen in Amsterdam Schiphol und Rotterdam die NS Highspeed Lounges, in Brüssel die Thalys-Lounge und in Paris den erwähnten Salon Grand Voyageur benutzen. Für Paris und Brüssel gibt es die Möglichkeit, sich ein Taxi vorbestellen lassen. Vier Geschäftsleute gemeinsam können im Thalys „Le Salon“ buchen, ein abgeschlossenes Konferenzabteil mit bequemem Mobiliar und selbstverständlich allen Ausstattungsdetails zum Arbeiten.

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