Von sinnlich bis sinnvoll
Erlebniswelt Airport (1)
Ausstellungen in Los Angeles, Mini-Museum in Amsterdam, Musiktheater in München - Airports bieten ihren Gästen aus aller Welt Erlebnisse jenseits von Shoppen oder Internetsurfen.
Flughafen sind heute zu echten (Erlebnis)welten geworden, zu einem Kosmos, der auch Menschen anlockt, die gar nicht fliegen. Sie bieten längst neben Supermärkten, Luxusshopping, Day-Spas auch Kunsterlebnisse. Schon die Airport-Architektur kann großes Kino sein, doch ist das längst nicht alles aus der Sphäre der Kreativität.
Eine anregende Pause zwischen zwei Flügen und visuelle Inspiration bietet Kunst am Airport: Am Flughafen Amsterdam-Schiphol hat das Rijksmuseum eine kleine Ausstellung platziert und gibt einen Vorgeschmack auf das, was es an Schätzen zu bieten hat - Originale aus dem "Goldenen Zeitalter" Hollands begrüßen die Besucher, ob sie nun nach Amsterdam kommen oder am Flughafen nur umsteigen. Auch am Los Angeles International Airport kommen Kunstliebhaber auf ihre Kosten: Seit November 2011 werden im Terminal 1 in Los Angeles vier fantastische Ausstellungen lokaler Künstler gezeigt. Installationen, Zeichnungen und Malereien regen die Phantasie an und lassen den Besucher in neue Welten abtauchen – weit weg vom Trubel und der Hektik des Flughafens. Das Terminal 2 und 4 beherbergt eine traumhafte Installation einer winterlichen Landschaft. Diese Sonderausstellungen sowie einige feste Ausstellungen am Flughafen sollen die Reiseerfahrung für die Millionen Fluggäste angenehmer machen.
Doch es gibt nicht nur bildende Kunst zu erleben - grade hat der Münchner Flughafen ein Musiktheater am Airport angekündigt. Unter dem Titel „Schwerer als Luft“ präsentieren Flugzeugabfertiger, also Mitarbeiter des Münchner Airports, ein innovatives Musiktheaterprojekt, das dem Menschheitstraum vom Fliegen über unterschiedliche Epochen und Kulturräume nachspürt. In dem von der Komponistin Nélida Béjar konzipierten Werk werden Texte prominenter Autoren, die um die Mythen und Möglichkeiten der fliegerischen Fortbewegung kreisen, vertont und in Szene gesetzt. Von Ovids „Daedalus und Ikarus“ über die Skizzenbücher des Leonardo da Vinci und Jean-Jacques Rousseaus „Nouveau Dédale“ bis hin zu James Joyces „Ulysses“ reicht das Spektrum der hier vereinten „Flugspuren“. Sämtliche Texte werden in ihrer Originalsprache gesungen. Die Uraufführung ist am Airport, danach wird „Schwerer als Luft“ vom 3. bis zum 5. Februar auch im „Schwere Reiter“ in der bayrischen Landeshauptstadt auf die Bühne gebracht. (Kostenlose Tickets: http://www.munich-airport.de/tickets).
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