Freitag, 18 Mai 2012

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Das Kraftwerk

Johannesburg - Südafrikas größte Metropole

Am Marty Fitzgerald Square in Johannesburg

Sie ist keine klassische Schönheit. Trotzdem strotzt Johannesburg, die Vier-Millionen-Stadt, vor Vitalität und Lebensfreude.

EGoli, Stadt des Goldes, so heißt Johannesburg verheißungsvoll in der Sprache der Zulu. Und tatsächlich ist die Stadt auf Gold gebaut. Nach dem ersten Fund im Jahr 1886 strömten Goldgräber, Spekulanten und Abenteurer aus aller Welt in das kaum besiedelte Grasland. Binnen weniger Jahre entstand aus dem einstigen Goldgräbercamp „Jo’burg“ eine Großstadt. Hierher kam, wer Geschäfte machen wollte, und es herrschten raue Sitten – das erste öffentliche Gebäude war ein Gefängnis und nicht etwa ein Krankenhaus. Heute ist Johannesburg nicht nur die größte Metropole Südafrikas, sondern auch das Wirtschafts- und Finanzzentrum des Landes sowie das Tor zum südlichen Ende des Kontinents. Zu Unrecht wird Johannesburg oft nur als notwendige Durchgangsstation auf dem Weg in andere Landesteile angesehen. Die Stadt bietet – ebenso wie das Umland – viel Sehenswertes, das Besucher auf geführten Ausflügen oder aber mit dem Mietwagen entdecken können.Da sind zum Beispiel die eleganten Einkaufszentren, die zum ausgiebigen Shoppen einladen. Bekannt ist auch Joburgs lebendige Gastro-Szene, zu der auch viele Blues- und Jazz-Restaurants zählen. Zeit einplanen sollten Besucher auch für das breit gefächerte Kulturangebot der Stadt und seine eindrucksvollen Museen. 
 
Das Museum Africa zum Beispiel ist Johannesburgs größtes historisches Museum. 1994 gegründet, nimmt es seine Besucher mit bewegenden Multimedia-Displays und begehbaren Rekonstruktionen mit auf eine Reise vom goldenen Zeitalter bis zur Gegenwart. Europäische und afrikanische Kunst  bietet die Johannesburg Art Gallery. Sie beherbergt eine Sammlung moderner Kunstwerke, die von Picasso und Henry Moore bis hin zu Südafrikanern wie Sekoto, Batisse und Pierneef reicht (alle Museen unter www.joburg.org.za). Einblicke in die Welt der einstigen Minenarbeiter gewährt die Gold Reef City (www.goldreefcity.co.za). Die nachgebaute viktorianische Goldgräberstadt ist  eine Mischung aus Themenpark und Museum und ermöglicht eine lebensnahe Rückschau ins Zeitalter des Goldrauschs. So rattert eine Eisenbahn an Lokalen, Apotheken, einer chinesischen Wäscherei und einem Theater aus vergangener Zeit vorbei, in einer alten Mine wird die Förderung von goldhaltigem Erz gezeigt.

Dass in Südafrika schon sehr frühzeitig an den Schutz der Natur gedacht wurde, wird beim Besuch des Johannesburger Zoos (www.jhbzoo.org.za) deutlich. Dieser entstand bereits 1904. Damals ließ der Unternehmer Hermann Ekstein, durch die Goldminen zu großem Reichtum gekommen, drei Millionen Bäume anpflanzen und nannte das Revier Sachsenwald. Heute gehört es zum vornehmen Vorort Saxonwold und der Zoo ist ein beliebtes Ausflugsziel. Seltene Tierarten sind ebenso zu sehen wie die „großen Fünf“ – Löwen, Leoparden, Nashörner, Büffel und Elefanten oder die „gefährlichsten Fünf“ – Sibirischer Tiger, afrikanisches Flusspferd, Braunbär, Puffotter und Nilkrokodil. Ein echtes Erlebnis sind die Mondscheintouren – mit Beobachtung der nachtaktiven Tiere und Picknick  am Lagerfeuer unterm afrikanischen Sternenzelt. 
 
Die besten Picknickkörbe gibt’s übrigens bei Thrupps (www.thrupps.co.za), dem ältesten Geschäft von Johannesburg, verrät Klaus Beckmann. Der gebürtige Heidelberger ist seit kurzem Küchenchef im Hotel The Westcliff und begeistert von der Vielfalt der Speisen in Johannesburg. Malaysische, indische, holländische, deutsche und britische Einflüsse mischen sich mit Gerichten afrikanischer Stämme wie Ndebele, Nguni und Soto – ein besonderes Erlebnis ist übrigens der sonntägliche Brunch auf der La Belle Terrasse des Westcliff. Man überblickt von der Terrasse weite Teile des parkähnlich angelegten Zoos, kann dabei richtig gut essen und erstklassige südafrikanische Weine genießen. Unbedingt reservieren! 

Wer nicht im Hotel essen möchte, kann aus dem reichen gastronomischen Angebot der Stadt wählen. Kgomotso Rasepae, Demi Chef de Partie im Westcliff, empfiehlt zum Beispiel das Gramadoelas. „Wenn ich einmal nicht selbst koche, lasse ich mich gern dort verwöhnen“. Neben ausgezeichneten Fleisch- und Fischgerichten sowie üppigen Büffets kann man auch den Klassiker „Mogodu“ probieren. Aber Vorsicht: Ochsenkutteln sind sicherlich nicht jedermanns Sache…

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