Freitag, 18 Mai 2012

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Das perfekte Frauenzimmer

Sinnlichkeit, Sicherheit & Service für weibliche Gäste

Ein Frauen-Zimmer im Münchner Leonardo-Hotel

Foto: Leonardo

Gehobenes Design, guter Service, kurze Wege: Obwohl alle wissen, was sich Frauen wünschen, werden sie von der Hotellerie nur selten zufrieden gestellt

Statistisch gesehen ist jeder vierte Hotelgast eine weibliche Alleinreisende – bei steigender Tendenz. Für die Hoteliers gibt es damit viele Gründe, sich um diese Klientel besonders zu bemühen. Umso erstaunlicher, wie viele glücklose Versuche es in der Vergangenheit gegeben hat, spezielle Zimmer für die Ladies einzurichten. Meist gingen die Ideen am Geschmack der Damen vorbei, so blieb die Akzeptanz aus, und die „Frauenzimmer“ verschwanden sang- und klanglos wieder. Dabei kann der Gedanke als solcher ja kaum falsch sein. Bleibt nur die Frage: Was genau wollen die Ladies?

Gut, dass sich auch die Wissenschaft des Themas angenommen hat. Herausgekommen ist eine Studie mit dem Titel „Wie Business-Frauen sich Hotels wünschen“. Das Ergebnis fasst Uta Brandes, Professorin für Gender an der Köln International School of Design, mit der Kurzformel „Sinnlichkeit, Sozialität, Sicherheit“ zusammen. Ausgewertet dafür wurden 100 Fragebögen, auf denen viel reisende Frauen differenziert ihre Anforderungen an Zimmer und Service dargelegt hatten. Die „Sinnlichkeit“ bezieht sich auf ein geschmackvoll eingerichtetes Zimmer und gut ausgestattetes Bad mit Markenprodukten. Zur „Sicherheit“ gehören gute Orientierung im Hotel, kurze Wege und ‚vertrauenswürdiger Service‘, der die Frauen ernst nimmt. Unter „Sozialität“ subsummieren die Studenten die persönliche Ansprache durchs Personal sowie Aufenthaltsräume, in denen sich Frauen allein nicht unbehaglich fühlen.

Eine Erkenntnis stand dabei ganz obenan: Wie wohl sich die weibliche Kundschaft in einem Hotel fühlt, hängt zuerst davon ab, ob sie sich vom Personal persönlich angesprochen und gut betreut fühlt. Pflegeleicht ist diese Klientel nur bedingt: Vor allem Frauen zwischen 30 und 40 gelten als „most demanding“, sie haben hohe Ansprüche, schrecken nicht vor Reklamationen zurück und verlangen rigoros ein anderes Zimmer, wenn ihnen etwas nicht zusagt. Die vielreisende Eventmanagerin Andrea Wagner sieht das augenzwinkernd positiv: „Frauen geben dem Hotel eben die Chance zur Behebung eines Misstandes.“

Und welche Details sind es, von denen sich Frauen positiv angesprochen fühlen?. Willkommene Extras sind Obstkorb und Mineralwasser in großen Flaschen, viel Stauraum, ausreichende Ablageflächen, Ganzkörper- und Rückspiegel sowie Rockbügel. Auch gesunde Snacks in der Minibar sowie ein angenehmer Geruch im Zimmer kommen bei den weiblichen Reisenden gut an, so weiß man beim Branchenverband IHA. Während Männer technische Finessen schätzen, zeigen sich Frauen sensibel für kleine, liebevoll inszenierte Details. „In der Planung von Hotels werden heute die rational erfassbaren Anforderungen von Frauen erfüllt, weniger aber die emotionalen wie etwa jene nach Anmut und Atmosphäre“, bringt Architekt Peter Eberhard das perfekte Frauenzimmer auf den Punkt.

Barbara Goerlich

Mehr zum Thema: Was man sich bei Leonardo Hotels, NH, Best Western oder Maritim für Frauen hat einfallen lassen, lessen Sie im aktuellen Business Traveller.

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