Mit Service und Speed
Eurostar: Einmal London-Paris, bitte!
Nicht einmal Fliegen ist schöner: Warum der Eurostar auf seiner Stammstrecke nicht zu schlagen ist
Die Landschaften fliegen vorbei, der Kaffee schmeckt beinahe wie in der Espresso-Bar und die Morgenzeitung liest sich entspannt im XL-Sitz der Business-Premier-Klasse. Wer die Strecke London-Paris einmal mit dem Eurostar gefahren ist, legt sie nie wieder mit dem Flieger zurück – zu komfortabel ist die Bahnfahrt von der britischen Insel auf den Kontinent, zu schnell und unkompliziert legt man die 490 Kilometer zwischen den beiden Metropolen zurück, von denen insgesamt 50 durch den Eurotunnel und 38 unter dem Ärmelkanal verlaufen.
In nur zwei Stunden und 15 Minuten gelangt man von Innenstadt zu Innenstadt, von der Londoner St. Pancras Station zum Pariser Gare du Nord, und erspart sich damit nicht nur zeit- und kostenintensive Anfahrten zu den Flughäfen, sondern auch aufwändige Check-in-Formalitäten und lästiges Gezerre mit dem Gepäck. Die Reise mit dem Hochgeschwindigkeitszug, der seit 1994 zwischen Großbritannien und dem europäischen Festland unterwegs ist, vergeht buchstäblich wie im Flug, nur kommt es seltener zu Verspätungen als im Luftraum (Eurostar kann auf eine durchschnittliche Pünktlichkeitsrate von 97 Prozent verweisen), und man kann die Zeit sinnvoll nutzen, um zu arbeiten oder Meetings abzuhalten. Dass man sich außerdem frei bewegen kann und keine belastenden Druckunterschiede verkraften muss, sei nur nebenbei erwähnt.
Einzig der Internet-Zugang gehört noch nicht zum Standard in den Zügen der Eurostar-Gruppe. Diesen gibt es nur in den Lounges an den Bahnhöfen und nur für Reisende der Business-Premier-Klasse bzw. mit »Eurostar carte blanche«. Was schon deshalb überrascht, weil die französische Bahngesellschaft SNCF, mit 55 Prozent am Eurostar beteiligt, ihre TGV mit freiem Wi-Fi-Zugang ausgestattet hat, nicht aber das Pendant mit Exklusivrecht im Eurotunnel. Hier muss aufgerüstet werden – das weiß auch Chief Executive Nicolas Petrovic.
Der Eurostar-Chef ist davon überzeugt, dass sich gerade im Geschäftsreisesegment die Hochgeschwindigkeitszüge seines Unternehmens auf der Kurzstrecke gegen die Konkurrenz aus der Luft zur Gänze durchsetzen werden, »wenn nur die Bedingungen stimmen«: »Wir haben in den letzten sechs Monaten schwer daran gearbeitet, den Service in der Business Premier weiter auszubauen«, sagt Petrovic. Das Ergebnis sei ein weiterer Anstieg der Passagierzahlen in dieser Klasse um neun Prozent im ersten Halbjahr 2011. Zu den wichtigsten Maßnahmen des Upgrades in der »Königsklasse« gehören unter anderem neue Bordmenüs aus der Küche von Sternekoch Alain Roux, die optionale Nutzung eines Chauffeur- oder Taxi-Service sowie eine »Boarding Guarantee«, die dem Reisenden auch bei kurzfristiger Umbuchung einen Sitzplatz im Zug seiner Wahl garantiert. Außerdem soll in wenigen Wochen eine App für iPhone- and Android-Nutzer zur Verfügung stehen, die Online-Ticket-Buchung und andere Services anbietet.
Es ist vor allem die Zeitersparnis, die auf der Prioritätenliste von Geschäftsreisenden ganz oben steht und Hochgeschwindigkeitszüge wie den Eurostar punkten lässt. Einen Express-Check-in bis zehn Minuten vor Abfahrt, wie in der Business Premier von Eurostar üblich, kann keine Airline dieser Welt bieten. Und auch ein zügiges Einchecken bis 30 Minuten vor Abfahrt (in allen Klassen des Eurostar) können Fluggesellschaften nicht garantieren, nicht einmal für ihre First-Class-Passagiere. Rechnet man die Zeit hinzu, die Flugreisende am Zielort aufbringen müssen, um auf ihr Gepäck zu warten bzw. in die jeweiligen Innenstädte zu gelangen, versteht man, warum immer mehr Business-Traveller auf die Schiene umsteigen....
Info und Tickets: Eurostar-Hotline: 084 32 18 61 86 (in Großbritannien) oder 0044/(0)1233/61 75 75 (aus dem Ausland), www.eurostar.com
Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der aktuellen Print-Ausgabe des Business Traveller.
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